Wie in den letzten sieben Jahren sollte auch diese Rundbrief-Ausgabe ursprünglich Passendes zu Weihnachten und zum Jahresende enthalten. Regelmäßig „unterhalten“ wir uns ja mit Father Gerald per WhatsApp über das, was in Owerri aktuell gerade Thema ist.
Zu unserer Nähwerkstatt hat er zuletzt mit Stolz und Freude von der im Oktober veranstalteten Zeremonie zur Ehrung aller AbsolventInnen der siebten Klasse berichtet. Dabei sahen wir auch die Einladung. Allein die äußere Form zeigt, wie fest das von ihm mit unserer Hilfe 2018 gegründete Projekt inzwischen etabliert ist.

32 Nähmaschinen standen sorgfältig aufgebaut bereit, um später an die jungen Leute übergeben zu werden. Damit ist der Schritt von der Ausbildung zum „Empowerment“ vollzogen: Ihnen werden somit die Mittel an die Hand gegeben, mit dem Gelernten nun ihr Geld zu verdienen.

💊 Medikamente zu Weihnachten
In den letzten Wochen stand dann aber im Vordergrund der Bericht über ein ganz anderes Projekt, eng verbunden mit Weihnachten. Das Department of Justice, Development, Peace and Caritas (JDPC) von Father Gerald führte auch in diesem Jahr das „Christmals Medical and Palliativ Outreach“ durch.
Da er sich permanent bemüht, auch hierfür Mittel zu sammeln, wird das Projekt immer größer. In diesem Jahr konnten 731 Menschen mit notwendigen Medikamenten und auch Lebensmitteln versorgt werden. Je nach Bedarf finden zudem kleinere Untersuchungen statt.

Bei solchen Gelegenheiten sind dann auch diejenigen, die das Nähen, Backen oder Programmieren lernen, im Einsatz. Ehrenamtliche Hilfe ist eine Selbstverständlichkeit für alle, die hier ausgebildet werden.
Die Kranken und Armen sitzen geduldig über Stunden auf Bänken, bis sie an der Reihe sind. Auf Videos von diesem Tag ist zu sehen, wie Blinde von Angehörigen an der Hand herbeigebracht werden, ein Junge kann sich nur hockend fortbewegen, und schon junge Menschen sitzen im Rollstuhl oder gehen mit rachitisch verkrümmten Beinen an Krücken.

🚨 Allgemeine Sicherheit
In den letzten Wochen haben wir auch bei uns in den Medien davon gehört, dass Entführungen besonders von SchülerInnen immer häufiger werden. Wir haben das in früheren Jahren bereits von Geistlichen vernommen, deren Freikaufs durch die Kirche man sich sicher sein konnte.
Jetzt trifft es zunehmend christlich geführte Schulen und Internate, und diese Boko-Haram-Praxis der Geldbeschaffung scheint sich weiter Richtung Süden auszubreiten. Da aber Owerri/Imo State tief im Süden liegt, ist es davon bislang glücklicherweise nicht betroffen.
🎄 Weihnachtspause
In unserem letzten Gespräch hat uns Father Gerald eine gesegnete Weihnachtszeit gewünscht. Für uns Anlass genug, danach zu fragen, wie das Fest bei ihm im Bistum gefeiert wird.
Die Unterschiede zu seiner Zeit in Deutschland seien groß, sagte er. Natürlich sei ihm der Advent als solcher bewusst, und er feiere auch den Weihnachtsgottesdienst. Aber die jungen Leute seien jetzt alle zuhause bei ihren Familien.
Und dort gehe es darum, zusammen zu sein, zu essen, zu sprechen, vielleicht auch miteinander Fußball zu spielen. Manche würden Lichterketten aufhängen. Aber die Art von Feierlichkeit wie in Deutschland sei in Nigeria nicht üblich.
Wir danken unserem Vereinsvorstand für seine Unterstützung. Wieder konnten mit einer großzügigen Spende Nähmaschinen für die AbsolventInnen gekauft werden. Einen ganz großen Dank auch an alle Freunde von Father Gerald, die zweckgebunden für das Projekt spenden.
Es ist solch eine Freude zu sehen, was sich entwickelt, wenn man ins Tun kommt. Father Gerald hat dieses Jahr sein 30. Priesterjubiläum gefeiert. Er darf sich über viele schöne Erfolge freuen. Und wir uns mit ihm.

🙏 Mit einem herzlichen Gruß auch aus Owerri
Ihre
Ulrike Sidki und Anette Völker-Rasor
Förderverein Werkraum Penzberg e.V.
IBAN: DE75 7009 3200 0002 5810 35
BIC: GENODEF1STH
VR-Bank Starnberg-Zugspitze eG
Stichwort: Nähmaschinen für Owerri