Jahresbericht 2024

1. Allgemeines

Der Verein Werkraum Penzberg e.V. hat sich inzwischen zu einer festen Institution für Nachhaltigkeit, Integration und bürgerschaftliches Engagement in Penzberg entwickelt. Rückblickend war 2025 für den Werkraum Penzberg ein Jahr des Fortschritts, in dem wir Bewährtes optimiert und unsere Reichweite vergrößert haben. Der Verein setzt weiterhin auf die drei Säulen Radlwerkstatt, Reparatur-Cafe und Helferkreis, während sich die Mitgliederzahl im letzten Jahr von 16 Vereinsmitgliedern auf nunmehr 33 Mitglieder verdoppelt hat. Ein besonderer Fokus lag in diesem Jahr auf der Optimierung unserer Räumlichkeiten. Diese umfasste einen großen Frühjahrsputz, der den Werkraum „aufgeräumt, sauber und bereit für Neues“ machte, und eine große Aufräumaktion der Radlwerkstatt. Unser Dank gilt allen ehrenamtlichen Helfern, die den Werkraum als Ort der Begegnung lebendig halten.

2. Spenden der Einnahmen: Rekordsumme für den guten Zweck

Dank des engagierten Einsatzes in der Radlwerkstatt und im Reparaturcafé sowie zahlreicher privater Spenden und Mitgliedsbeiträge konnte die Spendensumme in diesem Jahr auf beeindruckende 12.000 Euro gesteigert werden (Vorjahr: 10.500 Euro).

In einem feierlichen Rahmen beschloss der Vorstand, diese Mittel aus den Einnahmen von 2024 an langjährige Partner und lokale Initiativen zu verteilen. Zu den Begünstigten gehören: das Don Bosco Jugendhaus, das Familienzentrum Arche Noah, das Kinderhaus Villa Südsee, das Jugendzentrum Penzberg, das Projekt in Owerri/Nigeria sowie die Organisationen „Refugees Online“ und „ÜberMorgen“. Die Überweisung an das Jugendzentrum steht noch aus, da in diesem Fall noch bürokratische Hürden genommen werden müssen.

3. Radlwerkstatt

Die Radlwerkstatt bleibt einer der gefragtesten Pfeiler des Vereins und hatte einen maßgeblichen Anteil an den Spendeneinnahmen 2025. Außerdem konnten wir eine umfassende Aufräumaktion durchführen. Im Zuge dieser Neuausrichtung wurden alte, nicht mehr verwertbare Bestände konsequent entsorgt und die gesamte Werkstatt neu organisiert.

Diese Maßnahmen waren notwendig, da unsere Lagerkapazitäten im Juni 2025 vollständig ausgeschöpft waren, weshalb wir vorübergehend einen Annahmestopp für Fahrradspenden verhängen mussten. Gleichzeitig nutzten wir den Umbruch für eine konzeptionelle Neuerung: Um den Fokus wieder stärker auf das gemeinschaftliche Reparieren zu legen, stellten wir den Betrieb auf eine feste Terminvergabe und das bewährte Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“ um. Damit wird in Zukunft sichergestellt, dass Ratsuchende unter fachkundiger Anleitung wieder selbst Hand an ihre Räder legen können, anstatt diese lediglich abzugeben.

4. Reparaturcafé

Um der hohen Nachfrage gerecht zu werden, haben wir das Angebot des Reparaturcafés im Jahr 2025 deutlich erweitert. Ab September öffnete das Café testweise zweimal pro Monat (jeden 1. und 3. Freitag). Ziel war es, Wartezeiten zu verkürzen und noch mehr Bürgern die Möglichkeit zu geben, unter fachkundiger Anleitung ihre Alltagsgegenstände instand zu setzen. Bei Kaffee und Kuchen entwickelte sich das Café erneut zu einem zentralen Ort des Wissensaustauschs und der Abfallvermeidung.

5. Helferkreis

Der Helferkreis konnte in der vergangenen Zeit einen erfreulichen Zuwachs verzeichnen. Dank des Engagements neuer Ehrenamtlicher wurde eine zusätzliche Gruppe ins Leben gerufen, die gezielte Unterstützung in der Unterkunft an der Nonnenwaldstraße anbietet. Im Fokus standen dabei regelmäßige Gesprächsrunden für Frauen zur Förderung der deutschen Sprache sowie eine engagierte Nachhilfe für Kinder.

Unsere Helferkreis-Treffen fanden im gemütlichen Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss des Mehrgenerationenhauses in der Mathias-Flurl-Str. statt, wofür wir uns ganz herzlich für die Bereitstellung bedanken.

Eine kleine Gruppe des Kreises traf sich mit Herrn Pössinger vom Landratsamt und seinem Team zu einem konstruktiven Austausch. Diese Zusammenarbeit mit dem LRA war ein wichtiger Schritt, um die Hilfe vor Ort optimal zu koordinieren und sich gegenseitig bei der Unterstützung der Geflüchteten zu unterstützen.

6. Malkurse

Neu im Programm und eine große Bereicherung für das kulturelle Angebot im Werkraum sind die kreativen Malkurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter der Leitung der Künstlerin Maria Kley. Diese Kurse haben den Werkraum zusätzlich in ein Atelier verwandelt und neue Zielgruppen für den Verein erschlossen.

7. Owerri-Projekt (Nigeria)

Die Verbindung zu Father Gerald wurde 2025 durch seinen persönlichen Besuch im Werkraum weiter vertieft. Das von Father Gerald in Owerri (Nigeria) geleitete und vom Verein „Werkraum Penzberg“ unterstützte Entwicklungsprojekt blickt im Jahr 2025 auf eine erfolgreiche Bilanz zurück. Im Zentrum steht das „Empowerment“ junger Menschen: So erhielten die 32 AbsolventInnen des siebten Jahrgangs der Nähwerkstatt eigene Nähmaschinen, um direkt in die berufliche Selbstständigkeit zu starten. Über die Schneiderausbildung hinaus hat sich das Institut mittlerweile um Fachbereiche wie Bäckerei und digitale Kompetenz erweitert und leistet zudem durch den „Christmas Medical Outreach“ medizinische Nothilfe für über 700 Bedürftige. Trotz der schwierigen allgemeinen Lage in Nigeria, die von Naturkatastrophen und einem Rückgang internationaler Entwicklungshilfe geprägt ist, bietet das Projekt eine essenzielle Zukunftsperspektive für bislang rund 150 junge Erwachsene.

8. Ausblick

Über unsere Werkstattprojekte hinaus engagierte sich der Verein auch 2025 aktiv für gesellschaftliche Belange: So setzten wir als Mitveranstalter der Kidical Mass Penzberg unter dem Motto „Platz da für die nächste Generation!“ ein starkes Zeichen für kinderfreundliche Städte und sichere Radwege, um Mobilität für alle Generationen lebenswerter zu gestalten. Auch in Zukunft wird der Werkraum seine Stimme für eine nachhaltige, gerechte Gesellschaft erheben und den öffentlichen Raum als Ort der Begegnung und des Miteinanders gestalten.